Alles in Ordnung? Thomas Glass nutzte den Hünxer Präventionstag, um seinen Blutzuckerwert überprüfen zu lassen. RP-Foto: Jörg Kazur
(RP) Beim Hünxer Präventionstag informierten 16 Aussteller über ihre Produkte und Dienstleistungen. Über 500 Besucher ließen sich am Samstag von Expertenteams auf Risiken testen und mit Informationen versorgen.
Der erste Schritt zu einer gestärkten Gesundheit ist immer das Interesse an ihr. Um eben dieses zu fördern und nebenbei wichtige Tipps rund um Vorbeugung und gesundes Leben zu geben, hatte Ilona Klingenberg-Nova von der „Agentur 66" einen aktionsreichen Infotag im Café Nuyken am Hünxer Marktplatz organisiert. „Krank sind ja eigentlich immer nur die anderen", sei ein weit verbreiteter Irrglaube. Ein Grund mehr für die Expertin, dem wichtigen Thema Krankheitsprävention Gehör zu verschaffen. „Besonders hilfreich war es deshalb auch, dass sich viele heimische Ansprechpartner am Projekt beteiligt haben", erklärt Klingenberg-Nova. Durch das häufig jahrelange Vertrauensverhältnis zwischen „Stammapotheker" und Kunde hätten sich viele Besucher von der Nutzung des breit gefächerten Angebots überzeugen lassen.
Workshops und Vorträge
Wenn der Lieblings-Apotheker dann auch noch mit leckeren Zitronenbonbons lockt, kann man sich bei der Gelegenheit auch gleich den Blutdruck messen lassen. Dachte sich auch Hildegard Weber. Die 87-Jährige ist seit dem Vormittag im Café unterwegs, schnuppert hier und dort in Workshops rein oder lässt sich im Vortragsprogramm von den acht Referenten wichtige Informationen zur alltäglichen Prävention geben. „Etwas nachteilig ist nur, dass das Essen hier so gut schmeckt", erklärt sie lachend ihrer Apothekerin Brigitte Ullmann von der „Hirsch Apotheke". „Erst habe ich mir einen Vortrag über gesunde Ernährung angehört, und dann ein paar Minuten später Sauerkraut mit Würstchen verputzt; das ist nicht so gut", gesteht sie reumütig. Brigitte Ullmann jedoch drückt angesichts der passablen Blutdruckwerte ihrer Kundin noch mal ein Auge zu.
Ergebnisse: So groß der Andrang bei den verschiedenen Gesundheitschecks auch war; die Ergebnisse der Schnelltests fielen nicht immer positiv aus. Bedenkliche Blutzuckerwerte, hohe Cholesterinspiegel und erschreckende Körperfettwerte wurden so manches Mal attestiert. Beim Haut-Screening-Stand eines Kölner Dermatologen wurde bei einem Kunden sogar eine alarmierende Vorstufe von Hautkrebs festgestellt.
Zwei Stände weiter bei André Nuyken heißt es dann Socken runterlassen. Barfuß gehts zur elektronischen Fußdruckmessung. Wer an Fußverformungen oder bislang unerkannten Nervenschädigungen leidet, kann hier den ersten Schritt zu einem Komfortschuh machen. Den braucht es nämlich häufig, wenn tausend winzige Sensoren Alarm schlagen. „Oder ich schicke die Kunden rüber zu Frau Wefelnberg", sagt André Nuyken. Bei der Hünxer Fußtherapeutin wird dann zum Beispiel der Fußpuls gemessen. „30 bis 40 Kunden hatte ich heute bestimmt schon", keucht die Podologin zwischen zwei Untersuchungen. Eine Verschnaufspause wird es für sie wohl erst in einer Stunde geben. Dann nämlich spricht Prof. Dr. Jacobi im Vortragssaal über Anti-Aging-Methoden. „Werde ich mir auf jeden Fall noch anhören", beschließt da auch Hildegard Weber. Für Prävention ist es eben nie zu spät.